Höhensicherungsgruppe (HöSi) der Freiwilligen Feuerwehr Neuburg a.d. Donau

Technische- und Rettungseinsätze in großen Höhen und Tiefen sind mit der Feuerwehrleine und Feuerwehrhaltegurt alleine nicht immer sicher zu bewältigen. 1993 wurde die erste westdeutsche Höhenrettungsgruppe bei der Feuerwehr Frankfurt am Main gegründet. In der ehemaligen DDR hatte man schon seit 1982 einen Höhenrettungsdienst bei den Feuerwehren.

Wegen der zeitintensiven Ausbildung für das „Spezielle Retten aus Höhen und Tiefen“ und relativ geringen Anzahl von Einsätzen wurden vor allem bei den Berufsfeuerwehren Höhenrettungsgruppen gebildet. Bei den Freiwilligen Feuerwehren etablierten sich vorwiegend Höhensicherungsgruppen für das „Einfache Retten aus Höhen und Tiefen“.

Die Aufgaben einer Höhensicherungsgruppe ist das Sichern und Arbeiten im absturzgefährdeten Bereich, bei dem ein Sturz nicht auszuschließen ist. Ebenso das Einfache Retten aus Höhen und Tiefen bis zu 30 Metern.
Der Übergang von der Höhensicherung zur Höhenrettung ist oft fließend. Die Grenzen der Höhensicherung werden durch die technische Ausstattung, dem zu Verfügung stehenden Personal und dessen Aus- und Fortbildung, den Umgebungsbedingungen und dem Einsatzort gesetzt.

Mögliche Einsatzorte können Gebäudedächer, Strommasten, Baugerüste, Baukräne, Gruben, Kanäle usw. sein. So verschieden die Orte sind, je unterschiedlicher sind die Tätigkeiten im absturzgefährdeten Bereich. Sie reichen vom Abräumen der Schneelast eines Hausdaches bis zur medizinischen Betreuung und Rettung eines Verletzten in einem Revisionsschacht im Turbinenbereich einer Donaustaustufe.

Angehörige einer Höhensicherungsgruppe müssen neben der regelmäßigen Aus- und Fortbildung noch zusätzlichen Anforderungen entsprechen:

- Außerordentliche körperliche Belastbarkeit
- psychische emotionale Belastbarkeit
- ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit
- Schwindelfreiheit und Höhentauglichkeit

Der große Teil dieser Fähigkeiten sind auch in anderen Bereichen der Feuerwehr von großer Bedeutung.
Seit 2003 gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Neuburg a.d. Donau eine Höhensicherungsgruppe.
Im Lauf der Jahre wurden Vorrichtungen im Schlauchturm des Gerätehauses der Feuerwehr Neuburg installiert. Diese dienen zum Erlernen, Einüben und Trainieren von Grundfertigkeiten der Höhensicherung. Praktische Übungen werden auch an verschiedenen Objekten im Außenbereich durchgeführt.

Der Höhensicherungsgruppe steht folgendes Material zur Verfügung:

3 Gerätesätze Absturzsicherung mit:

- 1 Sitz- und Auffanggurt
- 1 Y-Verbindungsmittel mit Bandfalldämpfer
- 1 Karabiner zur Selbstsicherung
- 1 Kernmantel Dynamik-Seil 60m
- 2 Bandschlingen 150 cm 22 kN
- 15 Bandschlingen 80 cm 22 kN
- 16 Karabiner
- 1 HMS-Karabiner
- 4 Paar Handschuhe
- 1 Kantenschutz
- 1 Kletterhelm
- 1 Helmlampe
- 1 Wasserdichter Transportrucksack
- 1 Rettungsdreieck

2 Gerätesätze Auf- und Abseilen

- 1 Flaschenzug 4-fach
- 1 halbstatisches Seil (120 Meter)
- 1 selbstbremsendes Abseilgerät I’D S
- 1 Seilklemme mit Bandschlinge
- 2 Anschlagschlingen
- 1 Rigging-Platte
- 2 Wirbel-360°
- 2 Schließringe
- 3 Karabiner
- 1 Wasserdichter Transportrucksack

Übungs-„Highlight“ 2013 - Querstieg an einem Baukran